Mein erstes Mal im Schritttempo

September 21, 2026 by No Comments

Ursprünglich war Markus bestens vorbereitet. Navi eingestellt, Kaffee für die Fahrt gekocht, die Kleinen um 6:30 Uhr aus den Federn geholt. Gegen Viertel nach sieben stand er im Stau. Nicht auf der Bahn – auf einer Nebenstraße zwischen zwei Kuhkoppeln, hinter einem Trecker, der Heu auflud. Seine Tochter fragte zum dritten Mal: „Sind wir fast da?”

Markus holte tief Luft. Die Seenlandschaft sollte sein Rückzugsort sein, aber die Anreise fühlte sich an wie eine Geduldsprobe. Fünf Kilometer im Schneckentempo, die Sonne brannte durch die Windschutzscheibe, und der Heugeruch zog ins Auto. Doch genau an diesem Punkt fing das Abenteuer an. (Oder genauer: hier erwachte es zum Leben.)

Der falsche Weg kann auch der richtige sein

Die meisten nehmen die A20 oder die A19. Markus auch. Aber er hatte einen Fehler gemacht – einen guten. Anstatt auf der Autobahn bis zur Abfahrt Altentreptow zu fahren, war er einer kleinen Umleitung gefolgt. Google Maps hatte ihn durch ein Dorf mit Namen Wanzka gelotst.

Ein Dorf mit einem See, den kein Reiseführer auflistet. Markus machte halt, stellte den Motor aus. Komplette Stille. Nur ein Fisch sprang. Die Kinder waren eingeschlafen. Er trank einen Schluck Wasser und begriff: Die Anreise war kein Hindernis. Sie war der erste Ferientag.

Clevere Routenplanung – Wie Markus es später optimierte

Nach dieser Begebenheit baute Markus ein System auf. Er unterteilte die Hinfahrt in drei Abschnitte:

  • Phase eins: Die Autobahn flott hinter sich bringen, keine Pausen an Raststätten
  • Zweite Phase: Ab der Abfahrt Waren (Müritz) langsamer fahren
  • Dritte Phase: Die letzten 15 Kilometer bewusst langsam angehen

Er fand heraus: Wer um 9 Uhr losfährt, erreicht die Region schneller als der Morgenmuffel. Ursache ist der Pendlerverkehr vor Ort. Pendler zwischen Neubrandenburg und Feldberg blockieren die Strecken zwischen 7 und 8 Uhr. Markus startete bei seinem zweiten Besuch um 9:15 Uhr. Er war um 11:30 Uhr am Ziel. Keine Verstopfung, keine Traktoren mit Heu.

Der Parkplatz-Krieg und wie man es löst

Nichts ist frustrierender als mit Gepäck da zu sein und keinen Parkplatz zu finden. Die Feldberger Seenlandschaft ist kein Massenziel, aber die Parkmöglichkeiten an den Hauptseen sind knapp. Markus parkte beim ersten Mal direkt am Luisenhof. Das war ein Fehler. Die Fläche war voll, er hatte 400 Meter Gepäcktransport.

Seine Taktik beim zweiten Besuch: Am Ortsrand von Feldberg parken. Dort gibt es einen unbeschilderten Platz hinter dem alten Bahnhofsgebäude. Kein Besucher kennt ihn. Von dort geht man fünf Minuten zu Fuß zum See. Oder man leiht sich ein Rad gleich am Parkplatz. Markus lieh drei Fahrräder aus. Der Nachwuchs war davon begeisterter als von Autospielzeug.

Mit dem Zug hinfahren – Markus‘ Test

Beim dritten Mal ließ Markus das Auto stehen. Er reiste mit der Bahn. Klingt abenteuerlich, ist aber machbar. Die Route geht über Neustrelitz. Von dort fährt ein Regionalzug bis Feldberg. Kein Fernverkehr, kein WLAN, aber eine charmante Bahnlinie, die durch Wälder führt.

Markus‘ persönliche Anekdote: „Ich stieg in Neustrelitz aus, weil der Anschlusszug 40 Minuten Verspätung hatte. Ich setzte mich in eine Bahnhofsgaststätte, bestellte eine Frikadelle mit Senf. Die Kellnerin fragte: ‚Urlaub?‘ Ich nickte zustimmend. Sie meinte: ‚Dann sind Sie am richtigen Ort.‘ Der Zug fuhr ein. Ich stieg zu. Und während der Fahrt sah ich drei Rehe zwischen den Schienen stehen. Das haben Sie im Auto nicht.”

Die Schwierigkeit: Vom Bahnhof Feldberg sind es noch 3 Kilometer bis zu den meisten Unterkünften. Markus löste das Problem mit einem Anruf beim Vermieter. Der kam ihn abholen. Kein Taxi nötig, kein Bus. Kurz anrufen. Das funktioniert in der Feldberger Seenlandschaft besser als jede App.

Das Problem mit dem Gepäck – Weniger ist besser

Markus begriff rasch: Die Strecken zu den Seen sind unbefestigt. Rollkoffer bleiben im Waldboden stecken. Er nahm stattdessen einen Rucksack und eine wasserdichte Tasche. Die Kinder erhielten jeder einen kleinen Tagesrucksack. Kein Gejammer, kein Schlepperei.

Seine eiserne Regel: drei Tage, egal wie lange der Urlaub dauert. Im ferienhaus natur mecklenburg gibt es eine Waschmaschine. Alternativ in der Wäscherei des Campingplatzes Breiter Luzin. Markus nutzte die Waschgelegenheit einmal. Das schlug mit 4 Euro zu Buche und reduzierte sein Gepäck um 15 Kilo. Der Nachwuchs war vom Waschsalon fasziniert – sie beobachteten die sich drehende Trommel.

Der Augenblick des Ankommens

Bei jedem ersten Seeblick vergaß er die Anreise. Der Luzinsee funkelte zwischen den Bäumen. Eine Bank war am Ufer platziert. Er ließ sich nieder, genoss den Geruch von See und Wald. Der Nachwuchs warf bereits Kiesel. Seine Frau hatte ein Lächeln im Gesicht.

Und da erkannte Markus: Die Hinfahrt ist kein Übel. Sie ist der Filter, der den Alltag aus einem herauswäscht. Wer sie verabscheut, übersieht das Wichtigste – die Stille, die einen umfängt, in dem Moment, wenn der Motor ausgeht.

FAQ – Typische Fragen zur Anfahrt

F: Wie lange fährt man von der Autobahn bis in die Feldberger Seenlandschaft?
A: Von der Ausfahrt Waren (Müritz) sind es rund 30 Minuten. Ab Neubrandenburg 20 Minuten. Aber zähle die Zeit nicht. Fahr einfach los.

F: Ist die Strecke mit dem Wohnwagen machbar?
A: Ja, aber nicht über die kleine Brücke in . Die ist nicht breit genug. Fahr die Ausweichroute über Carpin. Dort ist es unproblematisch.

F: Wo finde ich Ladesäulen für E-Autos?
A: Ja, direkt am Markt von Feldberg. Zwei Stationen. Ab und zu sind sie belegt. Markus musste einmal 15 Minuten warten. Er aß in der Zeit ein Eis.

F: Was mache ich, wenn mein Zug ausfällt?
A: Telefonier mit Feldberg-Reisen. Die Nummer steht im Bahnhofsgebäude. Die bringen dich gegen eine kleine Gebühr zur Unterkunft.

F: Darf ich mit dem Rad kommen?
A: Möglich, aber sportlich. Die Strecke von Neustrelitz ist 40 Kilometer. Markus hat es einmal gemacht. Er kam an, duschte, schlief zwei Stunden. Danach war der Urlaub ideal.